INSEKTEN

Prolog

In den letzten Jahren macht sich der dramatische Rückgang der Insekten in meiner Gegend immer deutlicher bemerkbar. Waren früher die Blüten des Sommerflieders immer voll mit Schmetterlingen und Käfern aller Art, so sind diese heute nur noch vereinzelt zu sehen. Einher geht damit die Artenvielfalt und der Verlust der heimischen Vogel- und Pflanzenwelt. Kaum noch zu sehen sind große Schwärme, wie z.B.: Spatzen, Stare und Kiebitze.

 

Die rigorose chemische Bearbeitung auf unseren Feldern nimmt der Tierwelt den Lebensraum. In den ausgeräumten Monokulturen ist kein Platz mehr für die normale Feld- und Flurfauna, da Feldgehölze gerodet, Kräuter und Gräser kaputt gespritzt werden. Dank Monsanto und Konsorten, wird die Landwirtschaft immer tiefer in eine Spirale der Abhängigkeit gezogen. Und dass, z.B. für den Anbau von Turbomais und Getreide für speziell gezüchtete Turbokühe die auf einer normalen Weide schlichtweg “krepieren” würden weil sie das natürliche Futter einfach nicht mehr vertragen. Und wofür das alles? Wir vernichten weltweit jedes Jahr (laut Greenpeace Magazin) 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmittel. Das entspricht fast einem Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel. Deutsche Landwirte produzieren Milch in derartigen Mengen, dass sie als Erzeuger nicht mehr kostendeckend produzieren können. Der Überschuss wird in Dritte Weltländer exportiert und ruiniert dort die Milcherzeuger. Ganz abgesehen von der unsäglichen Massentierhaltung die hier damit einher geht. Ähnlich sieht es bei Hühnern, Gänsen, Puten und Schweinen aus. Züchtungen werden den Verbraucherwünschen angepasst! Innerhalb von 6-7 Monaten wird das Schlachtgewicht der Schweine von 110 bis 125 kg erreicht! Immerhin landen nur ca. zwei Drittel davon in den Verzehr. 20 Millionen Schweine landen einfach im Müll. Alle Tiere werden auf Teufel komm raus mit Antibiotika behandelt (Deutsche Betriebe sind Spitzenverbraucher von Antibiotika. Im Gegensatz zu Dänemark verbrauchen wir die 4 fache Menge. Großbetriebe produzieren Gülle in einem Ausmaß, dass unser Grundwasser immer mehr mit Nitrat verseucht wird. (siehe Klage des Europäischen Gerichtshof gegen Deutschland). Was in den Niederlanden und Belgien (aus der Geflügelhaltung) nicht mehr auf die Felder passt, darf hier bei uns munter verklappt werden.

 

Entschuldigung, aber das bewegt mich schon seit langer Zeit. Stand 07.2016

 

Nachtrag 04.2018, Mitteilung des WWF: In Deutschland landen 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Das entspricht lt. WWF einer Fläche von 2,6 Millonen Hektar (26.000 km/2) an Landwirtschaftlicher Fläche. Nurmal so, Hessen ist mit 21.114,94 km/2  ca. 5000 km/2 kleiner.